Containern setzt Zeichen

Als Containern bezeichnet man das Retten von Lebensmitteln die noch verzehrbar sind, die jedoch in der Tonne von Supermärkten landen. Das passiert täglich bei fast jedem Supermarkt und auch in Kantinen in denen große Mengen an Essen zubereitet werden.
Diese Betriebe sind dazu gezwungen Lebensmittel zu vernichten die über dem MHD sind, bzw. nicht mehr verkauft werden und übrig bleiben. Gleichzeitig ist es anderen nicht erlaubt diese Lebensmittel aus den Tonnen zu retten, es ist in Deutschland nämlich immer noch illegal.

Containern selbst ist nicht die Lösung. Es ist viel mehr ein Mittel auf einen Missstand aufmerksam zu machen. Der Prozess der beiden Studentinnen aus Olching hat noch mehr Menschen auf das Thema aufmerksam gemacht. Google Trends zeigt für den Begriff “Containern” einen neuen Höhepunkt innerhalb der letzten 12 Jahre. Um den Zeitraum der Verhandlung im Januar 2019. Noch nie wurde vorher so oft danach online gesucht:

https://trends.google.com/trends/explore?date=all&geo=DE&q=containern

Auch Lebensmittelverschwendung scheint gerade seinen Höhepunkt zu erreichen, das Bewusstsein scheint immer mehr vorhanden zu sein

https://trends.google.com/trends/explore?date=all&geo=DE&q=lebensmittelverschwendung

Alternativen finden

Wenn das Essen in den Tonnen landet ist es bereits zu spät. Man muss einige Schritte vorher in der Wertschöpfungskette etwas ändern. Statt Lebensmittel wegzuwerfen sollte man sie entweder verwerten oder weitergeben. Es gibt bereits einige Alternativen die Supermärkten ermöglichen nachhaltiger zu handeln.

Foodsharing

Durch Foodsharing können Supermärkte, Bäcker und andere Läden die Lebensmittel anbieten Essen abholen lassen. Unternehmen bzw. Betriebe können sich anmelden wenn man Lebensmittel zum abholen übrig hat. Gleichzeitig können freiwillige sich bereit erklären diese Dinge abzuholen.

TooGoodToGo

Seit einigen 2015 gibt es den Dienst TooGoodToGo, über den Restaurants und andere Betriebe übrig gebliebenes Essen vergünstigt weitergeben dürfen das sonst vielleicht in der Tonne landen müsste. Über die App meldet man sich an und kann Essenspakete zusammenstellen die für ein paar Euro zu erworben werden können. Über die App gekauft, muss man die Lebensmittel noch abholen. Einige Rewe Märkte machen es bereits vor wie dieser Beitrag vom 2. Mai 2019 auf Facebook zeigt:

Ein Fairteiler

In Pullach gab es einen Kühlschrank am Supermarkt der als Fair-Teiler für ausrangiertes verwendet wurde. Online wurde nach einiger Zeit darüber berichtet, dass dieses Projekt nicht lange funktioniert haben soll, es ist aber wichtig zu erkennen, dass jede neue Idee eine Mögliche Lösung für die Lebensmittelverschwendung sein könnte und man immer wieder neue Ansätze suchen sollte.

Wir müssen gemeinsam handeln

Auch wenn es diese Alternativen gibt, sollte es das Ziel eines Supermarktes sein, die Bestellmengen möglichst sinnvoll zu berechnen und wenn möglich lieber weniger zu kaufen, als es am Ende wegzuwerfen. Lagersysteme sind mit Computersystemen verbunden die solche Veränderungen erkennen und abfangen können. Am Ende könnte es auch dazu führen, neue Geschäftsfelder zu erschließen die gleichzeitig den Kreislauf eines Supermarktes ergänzen.

Als Verbraucher sollte man gezielter die Dinge kaufen die man benötigt und auch nicht mehr als man tatsächlich braucht. Überkonsum wird über den Einkauf geschaffen und kann dazu führen dass ein Produkt mit der Zeit in höheren Mengen nachbestellt wird, während die Nachfrage vielleicht schon wieder zurück geht. Gleichzeitig sollte man auch als Verbraucher bereit sein nicht immer alles verfügbar zu haben und Verzicht zu üben.

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